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Woher weiß ich, ob mein Anwalt gut ist?

In Deutschland gibt es mehr als 160.000 zugelassene Anwälte. Die Qualität der Rechtsberatung lässt sich im Vorfeld für die potentiellen Mandanten kaum einschätzen. Bei der Suche im Telefon- oder Branchenbuch oder auf Anwaltsseiten im Netz fehlt die Vergleichbarkeit. Der Vergabeprozess für verschiedene Qualitätssiegel ist meist intransparent und für den einzelnen kaum nachvollziehbar und der persönlich empfohlene Anwalt kann für Ihren konkreten Einzelfall den falschen Schwerpunkt haben, wird aber - so halte ich es jedenfalls - in der Regel dann dieses Mandat nicht annehmen, jedoch zugleich eine hilfreiche Empfehlung aussprechen können. Meines Erachtens können Anwälte untereinander noch am ehesten die Fachkenntnis einschätzen (so werden z.B. auch die Focus-Bestenlisten ermittelt). Allerdings kann man über Kundenbewertungen , z.B. auf Google, einen ersten Eindruck von der Qualität erhalten, letztlich die moderne Form der Mund-zu-Mund-Propaganda.  Fth am 11.07.2023 | Zu ...

Anbahnungsgespräch - wenn Sie eine Ladung zur Beschuldigtenvernehmung oder einen Anhörungsbogen von der Polizei erhalten haben ?

Die erste Kontaktaufnahme ist immer kostenlos. Sie schildern mir kurz Ihre Rolle im Verfahren (Beschuldigter, Geschädigter, Zeuge, Angehöriger), den Tatvorwurf und - soweit Sie es wissen - den Verfahrensstand. Dies erfolgt in der Regel telefonisch, per Email oder manchmal auch einfach per WhatsApp. Ich prüfe dann, ob ich Ihre Angelegenheit übernehmen kann/will und vereinbare einen Termin zur Erstberatung, notfalls empfehle Ihnen einen anderen Kollegen. Außerdem besprechen wir die Kosten, die Ihnen entstehen (in groben Zügen). Nach den Kosten zu fragen, muss Ihnen nicht peinlich sein. Im Gegenteil: Beide Seiten können froh sein, dass diese wichtige Frage geklärt ist. Wenn ich z.B. mein Auto in eine Werkstatt bringe, frage ich auch als erstes nach den zu erwartenden Kosten. Auch dieses Anbahnungsgespräch unterliegt selbstverständlich der anwaltlichen Schweigepflicht, selbst wenn später keine Mandatsübernahme erfolgen sollte.   Fth | 11. Juli 2023 | Zu Recht !!

BFH zu Kindergeld und Opferrente

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs haben Eltern, deren Kind Opfer einer Gewalttat wird und infolgedessen nicht für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen kann, einen vollen Anspruch auf Kindergeld. Die Grundrente, die das Kind als Geschädigter nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) erhält, wird nicht angerechnet.  LTO  berichtet. Fth am 06. Juni 2023 | Zu Recht !!

Das Strafbefehlsverfahren

Kaum jemand weiß, was ein Strafbefehl ist.  Sehr viele Strafverfahren werden durch einen Strafbefehl beendet. Insbesondere in kleineren „Angelegenheiten“ macht die Staatsanwaltschaft von diesem Mittel zur schnellen und kostengünstigen Erledigung gebrauch. Nach § 407 StPO kann die Staatsanwaltschaft bei Vergehen am Amtsgericht einen Antrag auf Erlass eines Strafbefehls stellen. Der zuständige Strafrichter kann dann dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechen und einen Strafbefehl erlassen. Dieser wird dem Beschuldigten und / oder dem Verteidiger zugestellt. Der Strafbefehl benennt die Höhe der Geldstrafe, die Verfahrenskosten und auch den Straftatbestand sowie eine kurze Beschreibung der Tat. Außerdem muss er eine Rechtsbehelfsbelehrung enthalten. Der Betroffene kann gegen den Strafbefehl binnen 2 Wochen ab Zugang Einspruch einlegen. Wird ein Einspruch eingelegt, wird ein Termin zur Hauptverhandlung durch das Gericht bestimmt. Die Strafe kann sich durch den Einspruch und die nach...

Die Notwendigkeit eines Verteidigers

Ein Verteidiger ist ein absolut notwendiger Kontrapunkt im Strafverfahren Niemand, der (professionell) mit dem System der Strafverfolgung (Polizei, Ordnungsämter, Staatsanwaltschaft, Strafgerichte) in Kontakt gekommen ist, wird – jedenfalls wenn er es sich irgendwie leisten kann – als Beschuldigter oder Angeklagter in einem Strafverfahren auf einen Verteidiger verzichten. Mit anderen Worten: Wer glaubt, ein Verteidiger wäre ihm zu teuer, der wird am Ende (sehr wahrscheinlich) merken, wie teuer es wird, keine professionelle Verteidigung (gehabt) zu haben. So werden z.B. berufliche Nebenfolgen häufig nicht beachtet, ja sind gar selten überhaupt bekannt. Doch gern nutzen Verwaltungsbehörden unter dem Stichwort „Zuverlässigkeit“ ihre Ermessens- und Handlungsspielräume. Man denke an das Gewerberecht (§ 35 GewO), im Jagdrecht (§ 17 BJagdG) oder im Waffenrecht (§ 5 WaffG) und natürlich auch an das Fahrerlaubnisrecht. Schließlich ist auch der Eintrag in das sog. Führungszeugnis zwar keine Nebe...

Sind die Anwaltskosten strafrechtlicher Verfahren steuerlich absetzbar?

Ob und inwieweit die  Anwaltskosten steuerlich absetzbar   sind oder Ihr Rechtsschutz für die Kosten Ihres Strafverfahrens einschließlich der Verteidigung aufkommt, hängt für gewöhnlich vom   Strafvorwurf  und der   Art und Weise der Begehung   ab.  Unabhängig davon sind  d ie Kosten des Strafverfahrens und des beauftragten Verteidigers  im  unternehmerischen Bereich  häufig jedenfalls als  Betriebsausgaben  oder Werbungskosten   abzugsfähig , wenn der dem Strafverfahren zugrunde liegende Tatvorwurf die  Ausübung der betrieblichen Tätigkeit   zum Gegenstand hat (BFH  VIII R 93/85 , BStBl 1986 II, 845;  VIII B 265/03 ).  Entsprechendes gilt für die  Anwaltskosten des Arbeitnehmers , sofern die ihm vorgeworfene Straftat oder Ordnungswidrigkeit  durch das Arbeitsverhältnis veranlasst  worden ist (BFH  IV 199/62 , jüngst:  BFH  VI B 88/21 ).  Die Frage, ob im Str...