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Was tun nach einer Kündigung? – Wichtige Schritte und Fristen für Arbeitnehmer

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Leitfaden für den richtigen Umgang mit der Kündigung — Klagefristen, Abfindung und Kosten vor dem Arbeitsgericht.   Der Erhalt einer Kündigung ist für viele erst einmal Arbeitnehmer ein Schock. Unsicherheit, Ärger und viele offene Fragen bestimmen oft die ersten Stunden und Tage. Wer jetzt einen kühlen Kopf bewahrt und die richtigen Schritte einleitet, kann seine Rechte wahren — sei es auf eine Abfindung oder eine mögliche Wiedereinstellung.   ⚠ Die wichtigste Frist: Drei Wochen ab Zugang der Kündigung.   Wer die Kündigung angreifen will, muss innerhalb von drei Wochen nach Erhalt Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen . Nach Ablauf dieser Frist gilt die Kündigung als wirksam — auch wenn sie es rechtlich nicht gewesen wäre.    Die wichtigsten Schritte im Überblick 1 Datum des Zugangs notieren — Briefumschlag aufheben Das Datum des Erhalts ist für alle weiteren Fristen entscheidend. Heben Sie den Briefumschlag a...

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Sie haben eine Ladung von der Polizei zur Vernehmung erhalten ? | Wie läuft ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren ab ?

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Die Polizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft, sobald ein Anfangsverdacht einer Straftat besteht — häufig ausgelöst durch eine Strafanzeige. Im Ermittlungsverfahren muss dem Beschuldigten (m/w/d) Gelegenheit zur Äußerung gegeben werden, Zeugen sind anzuhören. Es wird be- und entlastend ermittelt — in der Praxis leider oft mit dem Schwerpunkt auf belastenden Umständen. ⚠ Das Wichtigste vorab: Bitte nicht selbst antworten. Egal wie sehr Sie den Sachverhalt richtigstellen wollen — versuchen Sie es nicht auf eigene Faust. Jede eigene Äußerung kann Ihnen schaden und erschwert die Verteidigung fast immer. Für entlastenden Vortrag ist später noch ausreichend Zeit. So läuft das Verfahren ab 1 Sie erhalten Post von der Polizei Sie bekommen einen Anhörungsbogen oder eine Ladung zur Beschuldigtenvernehmung. Senden Sie mir dieses Schreiben zu — ich entnehme daraus das Aktenzeichen und den zuständigen Sachbearbeiter. 2 Ich zeige Ihre Vert...

Fahrverbot vermeiden: Absehen vom Regelfahrverbot – was wirklich funktioniert

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Kurz gesagt: Vom Fahrverbot absehen geht – aber nur in engen Ausnahmefällen. Entscheidend sind „Augenblicksversagen“ oder eine nachweisbare „besondere Härte“. Berufliche Nachteile allein reichen in der Regel nicht. Das zeigt ein aktueller Beschluss des OLG Brandenburg: Ein Landwirt scheiterte trotz Erntezeit mit dem Wunsch, das Fahrverbot zu beschränken oder aufzuheben. Worum geht’s – und warum ist das für Sie wichtig? Wer zu schnell fährt oder wiederholt Regeln missachtet, riskiert ein Fahrverbot. Viele fragen: Kann ich das Fahrverbot vermeiden oder in eine höhere Geldbuße „umwandeln“? Ja – aber nur, wenn klar belegbare Ausnahmekonstellationen vorliegen. Gerichte setzen die Messlatte hoch. Was ist ein Regelfahrverbot – und wann droht es? Ein Fahrverbot dient als „Denkzettel- und Besinnungsmaßnahme“. Es soll spürbar wirken, aber verhältnismäßig bleiben. Die Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) nennt Fälle, in denen ein Fahrverbot in der Regel in Betracht kommt – ...

Erwerbsobliegenheit bei vorehelichen Kindern und weiterem Kind aus neuer Verbindung

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Zwischen Pflicht und Möglichkeit: Die Erwerbsobliegenheit im Unterhaltsrecht   Was bedeutet „Erwerbsobliegenheit“? Im deutschen Unterhaltsrecht verpflichtet die Erwerbsobliegenheit eine Person dazu, alle zumutbaren Möglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhalts zu ergreifen – nicht nur für sich selbst, sondern insbesondere für Angehörige, denen gesetzlich Unterhalt zusteht. Wer seine Arbeitskraft nicht bestmöglich einsetzt, kann so behandelt werden, als ob er ein höheres Einkommen hätte, als tatsächlich erzielt wird – es wird sogenanntes „fiktives Einkommen“ unterstellt. Konkretes Beispiel Wer sich auf eine schlechte Lage am Arbeitsmarkt beruft, aber keine ernsthaften Bewerbungsbemühungen nachweisen kann, muss damit rechnen, dass das Familiengericht so tut, als würde er das Einkommen erzielen, das bei „gutem Willen“ möglich wäre. Das obligatorische Minimum an Bemühungen darf nicht nur aus einer Anmeldung bei der Agentur für Arbeit bestehen – tatsächlich erforderlich sind ...

Bestattungsrecht (u.a. nach Trennung und Scheidung) Wer entscheidet – und wer zahlt?

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Wer darf nach dem Tod über Bestattungsart und -ort entscheiden? Wer muss zahlen? Und was passiert, wenn niemand zahlen kann? Ein Überblick — besonders für getrennt lebende, geschiedene und unverheiratete Paare.   Der Tod eines nahestehenden Menschen trifft Angehörige häufig unvorbereitet — und konfrontiert sie unmittelbar mit praktischen und rechtlichen Fragen, für die kaum Zeit bleibt. Gerade in Trennungs- und Scheidungssituationen sowie in nichtehelichen Lebensgemeinschaften entstehen dabei regelmäßig Konflikte: Wer hat das Bestimmungsrecht? Wer muss die Kosten tragen? Und wann hilft der Staat? 1  |  Wer entscheidet? Das Totenfürsorgerecht Der Wille des Verstorbenen hat Vorrang — ob ausdrücklich in einer Bestattungsverfügung oder erkennbar aus gelebten Wünschen. Der BGH hat dies in seiner Leitentscheidung vom 26. Februar 1992 (XII ZR 58/91) klargestellt: Maßgeblich ist der Wille des Verstorbenen; er kann auch eine Person seines Vertrauens außerhalb der Familie m...

Krankheitsbedingte Kündigung: Was bedeutet das für Arbeitnehmer?

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Einleitung: Ihr Recht im Krankheitsfall – Klarheit und Sicherheit Viele Menschen fragen sich: Kann ich meinen Job verlieren, nur weil ich krank bin? Die Realität zeigt, dass krankheitsbedingte Kündigungen im deutschen Arbeitsrecht ein Dauerthema sind – und oft Unsicherheit auslösen. In diesem Beitrag erfahren Sie einfach und klar, wann und unter welchen Bedingungen eine krankheitsbedingte Kündigung möglich ist.   Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung? Definition, Voraussetzungen und Bedeutung für Betroffene Krankheitsbedingte Kündigung heißt vereinfacht: Der Arbeitgeber beendet das Arbeitsverhältnis, weil der Arbeitnehmer durch Krankheit seine Arbeit dauerhaft oder immer wieder nicht erfüllen kann. Wichtig ist: Nicht die Krankheit selbst ist der Kündigungsgrund, sondern die Tatsache, dass die vertraglich geschuldete Leistung über längere Zeit (oder immer wieder) nicht erbracht werden kann. Wichtige Begriffserklärung: Personenbedingte Kündigung: Künd...