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Es werden Posts vom Dezember 20, 2020 angezeigt.

Alltag in der Kanzlei – Honorarfragen

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  Wir Rechtsanwälte haben (nur) eine nicht-anfassbare und zudem noch hoch erklärungsbedürftige Dienstleistung zu verkaufen. Deswegen haben wir es nicht so leicht wie z.B. ein Klempner dessen Werklohn der Küchenbenutzer gern zahlt, sobald er die reparierte Spüle wieder benutzen kann! Oder der Bäcker, dem man ohne Zögern (Nachzudenken) die 65 Cent für das duftende Brötchen gibt, selbst wenn er ein alter (guter) Bekannter ist.   „Freunde“ bzw. Freunde zu vertreten ist (auch) wegen der Honorarfrage immer ein heikles Geschäft: der Familienrechtler vertritt private Bekannte (Sportkameraden), der Strafverteidiger verteidigt politische Freunde (oder auch wieder Sportskameraden) und der Arbeitsrechtler begleitet seinen Nachbarn (oder Freunde der Freunde) und so fort. Doch hier gilt (für mich) ganz besondere Vorsicht: Honorarverzicht und Honorarreduktion sind blutsverwandt mit Haftungsfragen, Kanzlei-Image und Familienfrieden (daheim).   .....muss ich immer mal wieder erwähnen.....

Kostet eine „Online-Scheidung“ weniger?

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Immer wieder stößt man auf Versprechungen, eine „Online-Scheidung“ kostet weniger als regulär und gehe schneller. Nichts davon entspricht aber den Tatsachen. Eine reine „Online-Scheidung“ in gerichtlichen Verfahren ist derzeit nicht möglich. Sowohl ein schriftlicher Scheidungsantrag (den nur ein Anwalt einreichen kann - Anwaltszwang), als auch eine persönliche Anhörung der Beteiligten durch das Gericht, sind Pflicht. Und ein (gerichtliches) Scheidungsverfahren kostet bei allen Gerichten und bei allen Anwälten (mindestens) die regulären Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), egal, ob sie "einvernehmlich" oder "online" ist. Hiesige Gerichte (Zossen, Luckenwalde, Potsdam, Berlin) setzen regelmäßig auch dann nicht die gesetzlich vorgegebenen Streitwerte herab, wenn die Scheidung "einvernehmlich" ist. Aus berufsrechtlichen Gründen dürfen Anwälte die Vergütung, die das RVG vorgibt nicht unterschreiten. Überschreiten dürfen Sie zwar durcha